Ampere Theater

Das Schauspielensemble Ampere Theater hat sich 1994 als erstes Frankfurter Improvisationstheater in Frankfurt am Main gegründet. Seit seiner Gründung beschäftigt sich das Ensemble mit Improvisation als künstlerische Ausdrucksform. Verarbeitet werden Einflüsse aus dem Körpertheater (J. Grotowski), dem Clownstheater (J. Lecoq, G. Flanagan), dem Improvisationstheater (K. Johnstone, V. Spolin), der amerikanischen Improv-Schule (R. Dixon, D. Close), dem Action Theatre (R. Zaporah) und vielen anderen Schauspielmethoden.

Nach den ersten 10 Jahren, in denen das Ampere Theater deutschlandweit „Theatersport“ praktiziert hat, ist das Ensemble einen eigenen Weg in der Findung von Inhalt und Form gegangen. Einige selbstentwickelte Formate wurden bereits von anderen Gruppen in Deutschland adaptiert. Vieles ist als einmalige Produktion entstanden.

Das Ampere Theater besteht derzeit aus acht Schauspielern (Riki Breitschwerdt, Alexander Cieslawski, Katja Hergenhahn, Pia Lindner, Markus Ott, Sascha Rönspies, Wulf Saggau und Ole Steinmann) und einem Musiker (Marco Hofmann). Die Hintergründe der einzelnen Ensemblemitglieder reichen von Performance Art über Clownstheater bis zum klassischen Sprechtheater. Das Ensemble ist Mitglied bei laPROF, Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen e.V.

Zum Verständnis von Improvisation

„Die Ekstase der Zuschauer war etwas, nach dem ich mich sehnte, am ‚normalen‘ Theater aber nicht erlebte.“ (Keith Johnstone, Theaterspiele)

Heute verwendet das Ensemble nicht mehr den Begriff „Improvisationstheater“ sondern versteht seine Arbeit als improvisiertes Schauspiel.

Improvisiertes Schauspiel ist unmittelbares Erleben von „Schauspielprozessen“ und damit auch zeitgemäßen menschlichen Prozessen: Das Geschehen auf der Bühne reißt die Menschen mit und bringt sie zu ihrem menschlichsten Kern, ihrer Lebendigkeit.

Improvisiertes Schauspiel zeichnet sich durch eine eigenständige Ästhetik aus: Der leere Bühnenraum öffnet dem spontanen Spiel alle Möglichkeiten. Der Verzicht auf Kulisse und Kostüme fordert das Vorstellungsvermögen der Zuschauer. Bewusst unfertig, roh, ungeschliffen lenkt das spontane Agieren auf der Bühne den Fokus vom dramatischen Inhalt auf den kreativen Schaffensprozess. Der Prozess ist die Botschaft.

Beim improvisierten Schauspiel geht es um die Gegenwärtigkeit der Schauspieler und ihrer Rollenbeziehungen untereinander auf der Bühne. Der Stoff des gespielten Stückes entsteht erst im Moment der Aufführung. Vorher festgelegte Spielregeln oder Spielprinzipien helfen den Schauspielern, sich in einen interaktiven kreativen Prozess zu begeben. Sie wagen sich vor Publikum auf unbekanntes Terrain und lassen dadurch auch unerwartete Wendungen und Überraschungsmomente zu. Das Erleben dieser Unmittelbarkeit und Lebendigkeit ist auch für den Zuschauer aufregend und inspirierend.

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