„Publikum-Rundum-Klang“ – Live on Air bei Radio X

Es ist Sonntag, draußen regnet’s und drinnen lässt Cordula mit dem Inlet einer Pralinenschachtel ein Feuerchen knistern. Wir sind beim Frankfurter Stadtsender Radio X. Cordula gehört zu den 20 Gästen, die heute 2 Stunden lang unsere improvisierten Hörstücke live mit Geräuschen begleiten.

Normalerweise sitzen wir immer am 1. Sonntag im Monat ab 13 Uhr alleine hinter den Mikros und erfinden spontane Hörstücke. An diesem 1. Februarsonntag mit dem legendären Datum 02.02.2020 ist alles anders. Flip Flop – die Improstunde auf Radio X gibt eine Sondersendung unter dem Motto „Audience Sound Surrounding“. Wir sind ganz aufgeregt: Das Ganze ist auch für uns ein Experiment.

Noch bis zum 9. Februar könnt ihr die Live-Sendung in der Radio-X-Mediathek nachhören.

Willkommen am Klangbuffet

Bevor wir live auf Sendung gehen, erklären wir den angehenden GeräuschemacherInnen das Klangbuffet. Keine Ahnung, wie viele hundert Gegenstände hier auf dem großen Besprechungstisch bei Radio X liegen. Wir haben sie wochenlang gesammelt. Wir haben mit Plastiktüten geraschelt, bis wir das perfekte Regenprasseln hatten. Wir haben Töpfe, Tassen und Tamborine aus Küche und Kinderzimmer entliehen. Wir haben Säckchen mit Maismehl gefüllt, Laub getrocknet und die Papprollen vom Küchenpapier aus dem Müll gefischt. Und schließlich alle fein säuberlich geordnet nach Kategorien wie „Naturgeräusche“ oder „konkrete Alltagsgeräusche“.

Konzentriert im Pantherkäfig

Im fensterlosen Studio 2 (nach zwei Stunden zärtlich „Pantherkäfig“ genannt) wechseln sich die GeräuschemacherInnen ab. In den Musikpausen bauen sie ihre Geräusche auf, testen die Lautstärke vor den Mikros. Eine Scheibe trennt sie von Studio 1. Hier sitzen die ErzählerInnen vom Ampere Theater, die sich von den Geräuschen über die Kopfhörer inspirieren lassen. Percussion und atmosphärische Klänge begleiteten einen Psychothriller. Konkrete Alltagsgeräusche orchestrierten einen verrückten Geschenkeladen. Die Kiste mit den Naturgeräuschen gab die Kulisse für eine unglückselige Arktisexpedition.

Wie Alltagsgegenstände klingen

Wer nicht gerade auf Sendung war, probierte sich weiter durch die Geräuschesammlung oder hörte einfach den Geschichten zu. „Besser kann man einen verregneten Sonntag nicht verbringen“, sagt eine unserer Gäste und ein anderer: „Es ist total spannend, sich damit zu beschäftigen, wie Sachen klingen. Ich hätte nie gedacht, dass man mit ganz alltäglichen Dingen wie Plastiktüten oder einem Kissen so tolle Geräusche machen kann.“

Um 15 Uhr verabschieden wir uns von den Zuhörern am Radio und ziehen den Regler für die Nachfolgesendung hoch. Nach und nach tröpfeln die GeräuschemacherInnen raus in den verregneten Sonntag; die Augen strahlen irgendwie ein bisschen heller als zwei Stunden zuvor. Experiment geglückt (Panther tot).

Wir danken Radio X für die technische Unterstützung und dem Team der sundaydancehall für ihre Sendestunden.

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